Halloween

Wie können wir den Leuten zwischen den Herbstferien und Weihnachten noch ein paar Franken / Euros abknöpfen? So oder so ähnlich war wohl die Fragestellung der Gewerbetreibenden in unseren Längengraden. Die Lösung war ganz nahe, stand im Videoregal im Wohn- oder Kinderzimmer, läuft in diesen (und anderen Zeiten) immer im Fernsehn und Kinder sind fasziniert davon. Wir sprechen von Halloween.

Ich kann mich noch genau erinnern: In jeder US-Kinderserie gab es sicher eine bis zwei Folgen mit dem Thema Halloween. Kinder verkleiden sich und gehen von Haustür zu Haustür und bitten um Süssigkeiten (Süsses sonst gibts Saures!). Natürlich war auch ich ein bisschen neidisch auf diese Kinder, denn bei uns gab keinen solchen Brauch. Aber ich lernte schnell, dass man dieses Fest halt nur in Amerika feiert und musste auch feststellen, dass so eine Party bei uns gar keinen Spass macht. Denn einmal haben wir dann wirklich eine Halloweenparty veranstaltet (ich wahr wohl so 11 Jahre alt) und dann hat kein Nachbar verstanden, warum wir jetzt am Abend um Süssigkeiten betteln (wahrscheinlich haben sie sich eher um die Erziehungskompezenzen unserer Eltern sorgen gemacht).

Doch die letzten zwei, drei Jahre wurde dieser Brauch auch bei uns immer stärker gefeiert. In allen Läden findet man zwischen den Weihnachtsdeko noch eine Abteilung für Halloween. Von Masken, Süssigkeiten bis hin zu Partysets und Büchern für eine gelungene Halloweenparty bringen bringt der Einzelhandel wohl alles an den Mann (natürlich über den Umweg des quengelnden Kindes). Heute habe ich Fernsehen geschaut und es wurde über Halloween berichtet, als sei dies ein Brauch, der seit dem Kriegsende in Deutschland gefeiert würde (anerkannt aber ohne lange Tradition).

Aus meinen Augen ist dies ein einziges Konsumfest welches versucht noch die letzte festlose Jahreszeit auszufüllen.

Lieber Einzenhandel: Im nordischen Frühling (Juni) findet in Grönland jeweils Robbenjagen statt. Bei geschickter Vermarktung ist es doch sicher möglich ein Robbenjagdfest in diesem Monat auf die Beine zu stellen. Z. B. Mit Robbenbraten und kleinen Robbenfellen, welche man sich über den Kopf zieht. Der Schützenverein könnte auch einige kleine Robben einfliegen lassen und ein Harpunen Wettschiessen veranstalten.

Edit: Hier ist noch ein Button für alle Halloweenhasser: Fuck Halloween

Links: Halloween

Die Vermessung der Welt

Vermessung der / Rowohlt VerlagEs ist eine Mischung aus deutscher Geschichte, den Biografien zweier bekannten Wissenschaftler und viel Fantasie, welche Daniel Kehlmann in seinem neusten Werk „die Vermessung der Welt“ zu Papier brachte. In dem Roman geht es um das Leben und die Arbeit der deutschen Wissenschaftler Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauss. Es ist keine Biografie zweier Männer, mehr ist es die Geschichte von ihnen auf eine neue Weise erzählt und zusammengefügt. Es ist ein Roman über das Deutschland nach Napoleon, über das Altern und die Wissenschaft im vorletzten Jahrhundert.

Alexander von Humboldt: Forscher, Entdecker, Bergbaumeister und Gründer neuer Wissenschaftszweige. Er machte ein Studium an der Bergakademie Freiberg und arbeitete sich bis zum Oberbergrat auf. Humboldt war ein Mann, der aus Faszination die ganze Welt aufzeichnen und vermessen wollte. Er probierte auf seiner fünfjährigen Forschungsreise durch Mittelamerika anfangs des 19. Jahrhunderts alles Aus. Dabei zeigte sein Verhalten sich immer im Wechselspiel zwischen gut preussischen Manieren – sogar bei Bergbesteigungen und im Kanu soll er seine Uniform angehabt haben – und dem Forscher und Entdeckergeist wie es sich eigentlich nur für einen jungen Studenten gehöre. Auch machte er sich bei allen Kapitänen unbeliebt, weil er neben ihnen Stand und jeden Navigationsschritt genau nachmachte und den Kapitänen immer wieder vorwarf das sie auf falschen Kurs wären – womit er auch immer recht hatte.

Carl Friedrich Gauss war ebenfalls Forscher und – mehr oder weniger – an der Vermessung der Welt interessiert. Seine Spezialgebiete waren Mathematik, Geometrie, Astronomie und Physik. Er zeigte schon im Alter von neun Jahren dass seine mathematischen Fähigkeiten die seiner Klassenkameraden – und der Lehrer – weit überschritten. Im Alter von 19 Jahren entwickelte Gauss ein Verfahren mit dem es möglich ist, ein regelmässiges Siebzehneck zu konstruieren. Nur drei Jahre Später machte er seinen Doktor in Mathematik und wurde bald schon als Fürst der Mathematik bekannt. Gauss hatte aber auch eine andere Seite. Im Gegensatz zu Humboldt, welcher mehr von der Weite der Welt und der Höhe von Bergen fasziniert war und an Frauen höchstens die Läuse auf dem Kopf zählte, konnte Gauss niemals die Finger von Frauen lassen. Schon in seiner Studienzeit kannten ihn alle Prostituierten in der Stadt. Doch andersrum soll er angeblich sogar in der Hochzeitsnacht, nach einem Geistesblitz noch aus dem Bett gesprungen sein, um sich Notizen zu machen.

Die Figur von Alexander Humboldt wird in dem Roman mehr von aussen geschildert. Manchmal liegt die Vermutung nahe, der Autor möchte ihn fast in einer blank polierten, goldigen Rüstung mit Uniforum vor einem Sonnenuntergang erscheinen lassen. Dabei hat das preussische Vorzeigemodell – oder gerade wegen seiner Mentalität – auch witzige Seiten, welche mich oft zum Schmunzeln und Nachdenken brachte. Bei Gauss dagegen sieht man mehr in die Gedankenwelt und Gefühle des Menschen hinein. In seinem ewigen Kampf zwischen Frau und Wissenschaft oder dem Unmut über seinen Sohn Eugen – welcher er auch oft genug zur Ausdruck bringt.

Mit diesem Buch hat Daniel Kehlmann ein Roman geschaffen, wie es ihn nur wenige gibt. Ich kann mich mit voller Überzeugung den meisten Kritikern anschliessen, welche sein Werk als „Literarische Sensation“ oder „Ein grosses Buch, ein gelungener Streich“ (die Zeit, Frankfurter Rundschau) beschreiben. Einfach genial und wunderbar zu lesen!

Die Vermessung der Welt
Daniel Kehlmann
Rowohlt Verlag GmbH
ISBN: 3498035282
2005
Links: Rowohlt / Daniel Kehlmann / Alexander von Humboldt / Carl Friedrich Gauss

Fun oder “I smile me broken” in der Blogwelt

Trotz Umzug und dem damit verbundenen Stress, ist es mir immernoch möglich, mehr als je zuvor zu Bloggen. Dadurch habe ich auch einige Neuentdeckungen gemacht, welche ich euch nicht vorenthalten will. Beides sind Relativ junge Blogs (nicht älter als dieses hier;) ) und sind mehr oder Weniger auf Englisch.

Funtasticus.com
Das erste Funblog mit Style welches mir bis jetzt untergekommen ist. Veröffentlicht werden einfach Bilder, Videos und andere Mediainhalte welche aufstellen oder zum Denken anregen. Die englischsprachige Seite ist nicht von Werbebannern gespickt und auch nicht auf immer den neusten Content aus, sodass man auch schon ältere Bilder zu Gesicht bekommt, welche man vor einigen Jahren per Email getauscht hat. Diese Seite hat es bei mir direkt ins Blogroll geschafft, da ich dieses Blog ab jetzt möglichst täglich ansurfen werde.

FuxLux.ch
Kleines Spassblog unter dem Motto: „I spiik swiss tschörmen“ hier wird versucht, schweizerdeutsche Ausdrücke ins Englische zu übersetzen. Irgendwie erinnern die Ausdrücke an die ersten Englischstunden in der Schule:

to help somebody on the jumps
you can me crosswise
very four doughter
shit eagle

Auch ich bin ein Aargauer

aargauflaggeWirklich wahr! Ab heute bin auch ich ein Aargauer wie all meine Nachbarn. Denn am letzten Freitag habe ich in meiner alten Wohngemeinde (im grössten Robidog der Schweiz) abgemeldet und mich heute ordnungsgemäss in Laufenburg AG angemeldet. Irgendwie fühle ich mich genau so wie vor dem Ummelden, doch nun zieht ein anderer Kanton keine Steuern von mir ein. Es ist mein erster Wohnsitz ausserhalb des Kantons St. Gallen (ausgenommen St. Maurice im Wallis, dass jedoch nur als Wochenaufenthalter).

Der Kanton Aargau liegt im nördlichen Teil der Schweiz, ziemlich genau in der Mitte und grenzt an unseren grossen Bruder Deutschland, sowie die Kantone Basel-Land, Solothurn, Bern, Luzern, Zug und Zürich (im Gegenuhrzeigersinn).

WillkommensgeschenkAls Willkommensgeschenk haben wir (meine Freundin ist als Wochenaufenthalterin hier gemeldet) je ein „Welcome Package“ erhalten. Darin haben wir gewöhnliche Dinge wie: Gemeindeinfo, Vereinsliste, Stadtplan, Gemeindeagenda und eine Broschüre über das Jubiläumsjahr „800 Jahre Laufenburg“ gefunden. Doch auch eher ungewöhnliche Dinge, oder solche wie wir sie nicht erwartet hätten befanden sich in dem kleinen Paket: ein weiteres Willkommenspaket des Transportverbundes Nordwestschweiz mit vollständigem Fahrplan, Informationen und zwei Tageskarten für das gesamte TNW-Netz. Sowie eine Packung Kaliumiodid der Armeeapotheke. Dies hat damit zu tun, dass wir in der Nähe mehrerer Atomkraftwerke wohnen und uns mit dieser Tablette vor radioaktivem Iod schützen können, welches sich ansonsten in unseren Schilddrüsen ansammeln würde.

Am Nachmittag haben wir unseren Kleiderschrank zusammengebaut. Im Grunde ist es nur ein normales Regal, welches wir mit Vorähngen bespannt haben. Aber es wirkt schön schlicht und es sieht wie ein Regal in einem Skatershop aus.

neue Schrank

Ausserdem hat mein Laptop mein Memorystick Duo verschluckt und ich habe ihn nur noch mit grösster Mühe herausgebracht (1,5h). Aber das ist eine andere Geschichte, welche ich euch gerne ein anderes Mal erzähle.

Grüsse aus dem Kanton Aargau
Lukas

Was ist der QR-Code?

Polypensees.com BarecodeDer QR Code ist der zweidimensionale Bruder des einfachen, eindimensionalen Strichcodes. Dieser Strichcode kennen wir von jeder Verpackung aus dem Supermarkt, Büchern und Tans. Diese eindimensionalen Identifikationscode speichern maschinenlesbare Daten bis zu 13 Zeichen. Das reicht gerademal für eine Artikelnummer. Deshalb haben sich Forscher und Entwickler daran gemacht einen zweidimensionalen Identifikationscode zu entwickeln. Hier gibt es verschiedene Lösungen, Eine davon ist der QR Code von dem japanischen Unternehmen KAYWA. Er wurde 1994 für die Autoindustrie entwickelt, fand aber mit der Zeit den Weg in die Mobilfunkwelt.

Der QR-Code ist das Bindeglied zwischen dem Plakat und dem Internetshop, zwischen der Zeitung und dem Blog. Denn obwohl die Mobiltelefone der neusten Generation internetfähig sind, surfen nur die wenigsten Besitzer eines solchen Handies regelmässig im Web. Dies hat nichts mit den Preisen zu tun, denn diese sind die letzten Jahre sehr stark gesunken. Es hat einfach mit der Handhabung zu tun. Wenn du in deiner Morgenzeitung eine Adresse siehst (z.B. Http://www.polypensees.com/feed), wie gross ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass du sofort auf diese Url surfst? 1% oder sogar 2%? Wenn dein Handy aber mit dem kostenloser QR-Reader ausgestattet ist, erfasst du mit der Kamera einfach das kleine Viereck und der QR-Reader verbindet dich mit der angegebenen Adresse.

Aber so ein kleines Viereck kann noch viel mehr! Es speichert bis zu 4296 Buchstaben oder 7089 Zahlen. In Japan wird alles per QR-Code verschlüsselt auf Plakate, Verpackungen und in Magazinen Abgedrukt. Sogar in den Streetartbereich hat es der Code welcher die “echte”- mit der virtuellen Welt verbindet geschaft. Vom Fahrplan, über das Fernsehprogramm bis zum passenden Fitnessprogramm auf dem Müsliriegel

Wenn du mit deinem Handy diesem QR-Code folgst, kommst du auf den RSS 2.0-Feed von Polypensees und siehst somit immer die neusten Artikel dieses Blogs.

Deutscher Bericht über den QR-Code mit Interview
Wikipedia Linkliste zu diesem Thema


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