Wer ist Monsanto?

Monsanto ist ein Multinationaler Konzern welcher biologisch verändertes Saatgut, Wachstumshormone, Pestizide, Herbizide und viele andere chemische und biologische Produkte herstellt. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in über 100 Länder der Welt vertreten. Der Hauptsitz von Monsanto liegt in St. Louis (Missouri/USA). Dabei hat es sich Monsanto zur ehrenvollen Aufgabe gemacht, die hungernden dieser Welt zu versorgen, die Agrarproduktion zu ökologisieren und den Landwirten die Arbeit zu erleichtern um auf dem globalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Natürlich nicht! Monsanto macht Landwirte, Handel und Verbraucher von seinen Produkten abhängig um damit Milliardengewinne einzufahren. Dies geschieht rechtlich, durch die Patentierung von Organismen oder aber duch das Entwickeln von Organismen welche sich nicht fortpflanzen können.

Was macht Monsanto?

Monsanto ist stark in der Entwicklung von sogenannten gentechnisch veränderter Organismen (kurz GVO). Vorallem im Bereich von Nutzpflanzen hat sich das Unternehmen eine absolute Monopolstellung gesichert. Die Pflanzen werden so verändert, dass sie sich selbst gegen Pilze, Insekten und andere Schädlinge wehren können, oder so, dass sie auf das Hauseigene Unkrautvertilgungsmittel Roundup resistent sind. Auch werden Hormonpräparate hergestellt, welche Milchkühe dazu veranlasst mehr Milch zu produzieren.

Das Unternehmen ist nicht nur führend in Forschung und Herstellung solcher Produkte, es ist auch die treibende Kraft hinter der Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen und der Politik, wie diese gehandhabt werden. So wurde durchgesetzt, dass auf GVO Patente angemeldet werden können. Dies hat zur Folge, das Unternehmen wie Monsanto eigenntüzige Richtlinie über die Nutzung dieser Organismen erlassen können, was zur Folge hat, dass z.B. Bauer keinen Teil der Ernte als Saatgut zurückbehalten dürfen und somit von den Saatguthändler abhängig sind. Monsanto wirbt Landwirte damit, dass BT-Pflanzen (Planzen welche gegen Schädlinge resistent sind) und Roundup-Ready-Pflanzen (Pflanzen welche gegen das Hauseigene Unkrautvernichtungsmittel Roundup resistent sind) einen höheren Ertrag liefern und zudem auch noch weniger Spritzmittel erforderlich sind. Auf langfristige Sicht ist das jedoch ein Trugschluss. Die Landwirte müssen nicht nur Lizenzgebühren für das Saatgut und die Spritzmittel kaufen, sondern werden auch dadurch bestraft, dass sich neue Schädlinge auf den Feldern breit machen, welche gegen die "normalen" Spritzmittel imun sind. Ausserdem ziehen Kleinbauern fast keinen Nutzen aus der neuen Technologie, denn diese leben meist schon seit Generationen als Selbstversorger und haben ihre eigenen, wirklich natürlichen Anbautechniken entwickelt. Diese Selbstversorger waren über Jahrhunderte das Rückgrad vieler Kulturen welche heute als Entwicklungsländer gelten.

Wo ist Monsanto aktiv?

Monsanto wurde im November 1901 von John Francis Queeny in St. Louis (Missouri/USA) als Chemiekalienfabrik für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie gegründet. Sein erster Kapitalgeber war dann auch ein Getränkevertrieb aus Chicago. Ab 1903 produzierte die Monsanto Chemical Works den Süssstoff Saccharin für Nahrungsmittel und Getränke (schon zwei Jahre später wurde die gesammte Saccharinproduktion an die Coca-Cola-Werke geliefert. Ab den 30er Jahren wächst Monsanto dann über die Landesgrenzen hinaus. Dies begann mit dem Kauf von 50% eines britischen Chemieherstellers 1929, von da an gründete Monsanto Werke und Niederlassungen in Australien, Kanada, Indien, Brasilien, Japan, Belgien (Europazentrale), und vielen weiteren Staaten. Heute ist Monsanto in über 100 Länder auf unserem blauen Planeten aktiv.

Monsanto war auch mehr oder weniger direkt für das Agent Orange-Debakel im Vietnamkrieg mitte der 60er Jahren mitverantwortlich. Denn Monsanto war eine der Firmen welche die amerikanischen Streitkräfte mit dem Entlaubungsmittel versorgten. Agent Orange richtete durch eine Dioxin-Verunreinigung Genschäden bei Einheimischen und Us-Soldaten an.

Heute werden gentechnisch veränderte Nutzpflanzen in folgenden Länder angebaut: USA, Argentinien, Brasilien, Kanada, China, Paraguay, Indien, Australien, Mexiko, Honduras, Kolumbien, Uruguay, Spanien, Portugal, Frankreich, Deutschland, Tschechien, Rumänien, Iran und Südafrika (Die fett markierten Länder bauen mehr als 1 Mio. Hektar an). Tatsächlich werden aber auch in vielen anderen Staaten GOV produziert, jedoch nicht offiziell oder unter Testbedinungen. Denn das Problem ist, dass sich GVO einmal in der freien Wildbahn befindlich, nicht wieder einfangen lassen - und Pollen machen nicht vor Staatsgrenzen Halt. Wenn man Bedenkt, dass 90% der genetisch veränderten Organismen Monsanto "gehören" kann man sich leicht ausrechnen, dass dies ein lohnendes Geschäft für das Unternehmen ist.

Warum macht Monsanto diese Geschäfte?

Wenn man bedenkt, dass Monsanto im Geschäftsjahr 2007 fast 1 Milliarde Dollar Gewinn gemacht hat, ist es nicht verwunderlich, dass es sich ihr Geschäft lohnt. Wer will kann Monsanto auch noch in eine grössere Verschwörungstheorie miteinbeziehen (neue Weltordnung...). Aber hier geht es ja um Fakten und nicht um Spekulationen.

Trailer: Monsanto - Mit Gift und Genen

Zum Thema Monsanto hat die Regisseurin Marie-Monique Robin einen Dokumentarfilm gedreht, welcher im Jahr 2007 veröffentlicht wurde. Er zeigt wer Mosanto ist, was es macht, und wie es Gegner seiner Politik zum schweigen bringt.

Ein eifriger Youtube-User hat die Schlüsselszenen aus dem Film zusammengeschnitten und gibt dadurch einen kleinen Einblick in Monsanto und die wirklich empfehlenswerte Dokumentation.

Die Dokumentation kann als DVD bei Amazon oder direkt bei Arte bezogen werden. Ausserdem steht die Dokumentation bei video.google.de zur Verfügung.